Menschen Perspektiven geben: SPD-Landtagskandidat Philipp Göhner trifft Vertreter des Vereins für soziale Integration

MdB und MdL


Ein weißer Vogel löst sich von einer grünen Baumkrone und fliegt davon – dieses Logo spiegelt die Arbeit des Vereins für soziale Integration und seelische Gesundheit e.V. in Nagold in einem Bild wider: Menschen mit psychischen Erkrankungen Halt, Lebens- und  Arbeitsmöglichkeiten aber auch ein Zuhause zu geben, und sie beim Schritt in ein selbständiges Leben zu begleiten und zu unterstützen. Initiiert von Rainer Schmid, der sich viele Jahre beim Verein engagiert hatte und dem dessen Arbeit noch immer sehr am Herzen liegt, traf sich SPD-Landtagskandidat Philipp Göhner mit Vertretern des 1983 gegründeten Vereins, die über ihre vielfältige Arbeit berichteten
 

 Diplompädagoge und Geschäftsführer Martin Brodmann legte dabei den Fokus auf vier aktuelle Themenfelder, darunter das Leben mit und in der Pandemie. Die Umsetzung von Hygienekonzepten aufgrund der Corona-Pandemie brachten zusätzliche finanzielle Aufwendungen für Sachkosten in Höhe von rund 20 000 Euro mit sich, die zusätzlich und aus der eigenen Kasse finanziert werden müssen. Auch das Angebot des Vereins war stark betroffen: Das für viele Menschen sehr wichtige Tagesstättenangebot musste aufgrund der gesetzlichen Vorgaben geschlossen bleiben. So blieb und bleibt bislang vielen Menschen eine wichtige Anlaufstelle für Gespräche und persönlichen Austausch, psychische Betreuung und Kontaktmöglichkeiten verwehrt. „Trotzdem kommen die Menschen und suchen die  für sie sehr wichtige Ansprache bei uns“ erzählte Brodmann. 
Ein weiteres Thema war das Bundesteilhabegesetz. 2016 beschlossen, soll es nun im Januar 2022 vollends in Kraft treten. Martin Brodmann schilderte die Schwierigkeiten für die kleineren Verbände im Hinblick auf die Umsetzung der Vorgaben des in seinen Augen grundsätzlich guten und sinnvollen Gesetzes. Dabei müssen zusätzlich zum Tagesgeschäft alle Vereinbarungen neu getroffen, Vergütung und Leistungsumfang der Arbeit der Mitarbeiter neu definiert und die Zusammenarbeit mit den Landratsämtern aufs Neue geklärt werden. Die Landesrahmenvereinbarung steht seit letztem Sommer, doch noch ist vieles unklar. Diese Unsicherheiten trifft insbesondere kleinere Verbände wie etwa den Nagolder Verein. 
Auch das Thema bezahlbarer Wohnraum brannte Brodmann und seinem Kollegen Holger Booch unter den Nägeln. Aktuell betreut der Verein, der Mitglied im paritätischen Wohlfahrtsverband ist, mit 46 Mitarbeitern 80 Personen im Erwachsenenalter in Wohnheimen, Wohngemeinschaften und im Bereich betreutes Wohnen. 30 Wohnungen in Nagold werden vom Verein vermietet und müssen dementsprechend betreut werden. „So können wir auch Wohnraum schaffen für Menschen mit höherem Hilfebedarf. Ohne dieses Investment wäre es für unsere Klienten illusorisch, hier überhaupt Wohnraum zu finden“, berichtete Holger Booch. Es würde sehr entlasten, wenn es hier eine Wohnbaugesellschaft gäbe, die sich um jene Wohnungen und die Mietverhältnisse kümmern und diese verwalten würde. Daniel Steinrode, der als Vertreter der SPD Gemeinderatsfraktion beim Termin dabei war, bot die Zusammenarbeit und die Unterstützung auf kommunalpolitischer Ebene an. 

In der Tagesstätte für Menschen mit psychischen Behinderungen bietet der Verein zusammen mit der BruderhausDIAKONE zahlreiche Aktivitäten an, darunter Spielgruppen oder gemeinsames Kochen. „Wir bieten den Menschen Tagesstrukturen und schaffen dadurch den so wichtigen Halt und die Orientierung im Alltag“ unterstrich Martin Brodmann. Doch auch hier müssen die Betreiber finanziell zuschießen. Der Verein und wünscht sich eine Regelfinanzierung, da die finanzielle Unterstützung bislang eine Freiwilligkeitsleistung des Landkreises ist, mit dem man jedoch sehr gut zusammenarbeite. Gegründet aus der Not heraus, weil der ursprüngliche Träger insolvent ging, hat sich der Verein in den vergangenen Jahrzehnten zu einem wichtigen Pfeiler in der Betreuung psychisch kranker Menschen etabliert. Philipp Göhner war beeindruckt von der Vielfalt der Tätigkeitsfelder und das Engagement des Vereins und wagte den Blick in die Zukunft: „Wo liegen die Perspektiven der Zukunft für den Verein für soziale Integration?“ Martin Brodmann entgegnete, dass der Verein zukunftsträchtig aufgestellt sei und das Bundesteilhabegesetz viele Möglichkeiten bietet, wenn es dann umgesetzt sein wird. Holger Booch berichtete von einem neuen Konzept, bei dem eine Nachsorgeeinrichtung für die Betreuung von Menschen mit psychischer Erkrankung und Suchtproblemen eingerichtet werden soll. Noch wartet der Verein auf die nötigen Zuschüsse und Gelder, doch sowohl die Abstimmung mit dem Landkreis ist bereits erfolgt wie auch die Zusammenarbeit mit weiteren Einrichtungen der Suchthilfe im Landkreis Calw. in Angriff genommen. „Dies wäre eine fachlich neue, einzigartige  Anlaufstelle im Landkreis und deshalb so enorm wichtig, wo Menschen mit psychischer Erkrankung nach dem Entzug von Suchtmitteln der Weg in ein suchtfreies, eigenständiges Leben gelingen kann.“ betonte Holger Booch. 

 

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