Philipp Göhner trifft den Rektor des Nagolder OHG Ulrich Hamman

MdB und MdL


In der aktuellen Situation polarisieren wenige Themen so sehr wie das Thema Bildung. Das ist auch wenig verwunderlich. Beinahe eine Millionen Schüler gehen auf öffentliche Schulen in Baden-Württemberg. Auf sie kommen tausende Lehrer und die vielen Eltern im Land. 
In der Bildung steckt die Zukunft unseres Landes. Besonders durch die Coronapandemie stehen die Schulen im Land vor großen Herausforderungen. Fernunterricht bedarf der Organisation und Hygienekonzepte müssen erstellt werden. 
Um zu erfahren „wo der Schuh drückt,“ traf sich SPD Landtagskandidat Philipp Göhner am Mittwoch mit dem Schulleiter des Otto-Hahn-Gymnasiums Ulrich Hamann.

 

 Das OHG in Nagold gehört mit über 1000 Schülern und über 100 Lehrern zu den größten Schulen im Land. Schüler aus der gesamten Region kommen normalerweise ans OHG, um sich auf die Allgemeine Hochschulreife vorzubereiten. Umso wichtiger sei es für die Politik, so Göhner, in regelmäßigem Austausch mit den Schulleitern zu stehen, um so ihre Sorgen und Wünsche wahrnehmen zu können. Zu Beginn des Gesprächs brachte Ulrich Hamann das Thema Digitalisierung zur Sprache. Er brachte seine Verwunderung darüber zum Ausdruck, dass Lehrer die einzige Berufsgruppe seien, die auf privaten Geräten arbeiten müsse. In diesem Kontext lobte er eine Initiative von Saskia Esken, die diesen Missstand  beenden soll. Dennoch brauche es zu lange bis die nötigen Gelder vom Bund über die Länder und Kommunen bei den Schulen ankommen. „Ich wünsche mir einen schnelleren Weg für die Umsetzung von guten Entscheidungen,“ meinte Hamann dazu. Länder und Kommunen  würden die Umsetzung häufig unnötig verlangsamen. Als Lösung schlug er vor die benötigten Geräte über Rahmenverträge mit den Herstellern direkt an die Lehrer zu verteilen, um so eine schnelle Umsetzung zu gewährleisten. Hamann bemängelte zudem die Tatsache, dass den Schulen kein geschultes Fachpersonal zur Seite gestellt werde, um die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern. Eine Art digitaler Hausmeister, der die Schulen bei dieser Arbeit unterstützt, sei unbedingt nötig. Landtagskandidat Philipp Göhner und Stadtrat Daniel Steinrode sagten ihm bei diesem Thema ihre sofortige Unterstützung zu. Der Druck auf Land und die Kommune Nagold müsse hier erhöht werden. Auch ein Anschluss mit schnellerem Internet sei dringend notwendig. Bereits vor fünf Jahren hätte man dies beantragt und erst jetzt komme allmählich Bewegung in die Sache.

Das kurzfristige Ausscheren Baden-Württembergs aus den Regelungen der Bundesregierung und der anderen Bundesländer würde bei den Schulen nur zu großer Verwirrung führen. 

Philipp Göhner wollte von Hamann auch noch erfahren, wie gut der Fernunterricht am Otto-Hahn-Gymnasium funktioniert und wie sich dieser Schulöffnungen nach dem Lockdown vorstellt. Das Otto-Hahn-Gymnasium unterrichtet im Moment die Schüler aus der Ferne. Dabei werde Wert darauf gelegt, möglichst gemäß dem Stundenplan zu unterrichten, um den Schülern eine Tagesstruktur zu geben. Aufgrund von den Erfahrungen aus der ersten Welle würde der Fernunterricht am OHG gut funktionieren. Gleichzeitig machte Ulrich Hamann klar, dass Fernunterricht nie den Präsenzunterricht ersetzen könne. Auf Dauer bestehe zudem die Gefahr, dass die Schüler ihre Motivation verlieren. Für eine möglichst baldige Öffnung (sobald es die Zahlen erlauben) bräuchte es ausgereifte Konzepte für Wechselunterricht. In vollen Klassenräumen und übervollen Schulbussen sah Hamann keine Lösung. Für Wechselunterricht bräuchte es Konzepte und größere Kapazitäten. Dafür könnte sich Hamann vorstellen Lehramtsstudenten zeitweise einzustellen, um so effektiv unterrichten zu können. Bevor dies passiert, müssten Schulen mit zertifizierten Masken beliefert werden und es müsse geklärt werden, ob CO2 Ampeln oder Luftreiniger sinnvoll sind. Zudem müsse die digitale Infrastruktur am OHG massiv ausgebaut werden. Ohne einen schnelleren Internetanschluss werde es schwer funktionierenden Wechselunterricht abzuhalten. „Man muss versuchen die Dinge anzugehen, Fachleute zusammenrufen und frühzeitig Pläne für Öffnungsperspektiven erstellen,“ resümierte Hamann.

Am Ende des Gesprächs stellte Philipp Göhner Ulrich Hamann noch eine Frage:

„Was würden sie sich für ihre Schule wünschen wenn sie drei Wünsche frei hätten und Corona vorbei wäre?“

Ulrich Hamann musst hier nicht lange überlegen. Er wünschte sich einen Digitalen Hausmeister, der das Thema Digitalisierung an seiner Schule anpackt. Zweitens wünschte er sich mehr Abteilungsleiter am OHG um die Verantwortung über so viele Lehrer und Schülern auf mehr Schultern zu verteilen. Und drittens wünschte er sich, dass das hohe Maß an Freiheit, das Schulen in Baden-Württemberg beim alltäglich Schulbetrieb genießen, erhalten bleibt. Denn dies sei eine große Errungenschaft unseres Bildungssystems und es lohne sich dies zu bewahren.

Philipp Göhner freute sich über den gelungenen Austausch und bedankte sich bei Ulrich Hamann für seine Zeit. Göhner ist es wichtig zu betonen: „Ich möchte eigentlich nicht über die Menschen reden, sondern mit ihnen.“

 

 

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